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Kerwa

1877 hatte der damalige Bürgermeister Jost versehentlich an einem nicht eindeutig im Tanzmusikverzeichnis aufgeführten Sonntag eine Tanzerlaubnis erteilt, wobei es um die Frage ging, ob am 20. oder 27. Juli Tanz sein durfte.

Das Königliche Bezirksamt in Bayreuth hat daraufhin den Bürgermeister schwer gerüffelt und ihm mitgeteilt, dass die Tage zur Abhaltung von Tanzmusikfesten in der Gemeinde Glashtten bis zur demnächst zu erfolgenden neuerlichen Festsetzung wie folgt verzeichnet seien:

„Krau Christian, Glashütten (Anmerkung: das war der Gastwirt, bei dem der Tanz sein sollte):
Kirchweih zwei Tage, Bartholomi, je nachdem Barthol. Vor oder nach der Mitte der Woche fällt, Sonntag nach dem Erntefest, zweiter Osterfeiertag, vierten Sonntag vor der Kirchweih“.

Fundstellennachweis: Richard Pfaffenberger, Glashütten seit dem Dreißigjährigen Krieg, veröffentlicht 2004

Kirchliche Kirchweih

Die Kirche in Mistelgau war vor der Reformation eine Filiale der St.-Nikolaus-Kirche in Bayreuth und ist dem St. Bartholomäus geweiht.

Am Bartholomäus-Tag wurde somit in Mistelgau und allen zur dortigen Pfarrei gehrenden Dörfern, also auch Glashütten, Kirchweih gefeiert. Nicht also, weil die Kirche an diesem Tag geweiht wurde, sondern auf Anweisung des Königlichen Bezirksamtes, wann denn in Glashütten eine Tanzveranstaltung sein durfte. Auch ist die Glashüttener Kirche dem St. Nikolaus geweiht.

Weltliche Kirchweih

Die Feier der weltlichen Kirchweih, der Kerwa, wie der Franke sagt, hatte – in der Vergangenheit so wenig wie heute – nichts mit dem Datum der Einweihung der Kirche zu tun. Jedenfalls wird seitdem in Glashütten Kerwa gefeiert und unser Burschen- und Mädchenverein pflegt diese traditionelle Tanzveranstaltung, deren Zeitpunkt im August bereits 1877 das Königliche Bezirksamt festgelegt hat.